Man glaubt manchmal, dass der Doom und Doommetal sich inzwischen totgelaufen hätte. Viele Bands, die für sich stehend durchaus gut wären, in der Szene aber wirklich keine Akzente mehr setzen können. Das passiert natürlich rasch, wenn sich der eigentliche musikalische Kern um relativ wenig Variation dreht und stattdessen eher stereotypen Aspekten wie schleppenden, meist einfachen Rhythmen, tief brummenden und sehr düsteren Lavariffs, sowie klagendem bis zuweilem grollendem Gesang folgt. Und dann kommen sie in Scharen über uns und belehren uns eines besseren. Die kanadischen FUNERAL CIRCLE haben mich gerade ob ihrer spirituellen und emotionalen Intensität in Verbund mit physischer Macht vollkommen geblitzdingst, da landet die schon etwas früher, Ende 2012 veröffentlichte „Sorrow and extinction“ CD der Amis PALLBEARER auf meinem Tisch und sofort in meinem Player. Und sie sägt mich komplett ins Nirvana. Es ist eine Mischung aus bestialisch harten, bleiernen Riffs, die bei aller Geschwindigkeitsdrosselung so richtig fantastisch brodeln und Dich als Hörer komplett durchbrummen. Nach einer einfachen, aber ergreifend schönen akustischen Passage bekommt der Hörer beim Opener „Foreigner“ gleich das volle Pfund an kochendem Lavametal um die Ohren gedroschen und man findet sich im Geiste als Teilnehmer einer von Finsternis beherrschten, schwermütigen Prozession wieder, die sich auf dem Pfad der Verdammnis dem Unheil entgegenschleppt. Dies ist auf jeden Fall musikalisch der vollkommene Gram und Kummer, trägt aber andererseits eine hintergründige hymnenhafte Feierlichkeit mit sich, die nicht nur selten geworden ist in diesem Stil, sondern Dich auch vollkommen hypnotisiert. Und als wäre dies nicht genug der wonnigen Verlorenheit, so wechseln die Banausen kurzerhand für den zweiten Song „Devoid of redemption“ auf die Überholspur physischer Intensität und walzen gleich einer moderigen Klangmauer über Dich hinweg, allerdings stets mit einem Bein im Urdoom der frühen 70er verwurzelt, was die Lockerheit und die großen Gefühle der Melodiebögen erklärt. PALLBEARER faszinieren und verzaubern, wenn sie diese Grenzbegehungen am Rande des ach so untruen Sludge Sound wagen, dabei aber stets auf der richtigen Seite bleiben. Ihr Doom geht aber nicht nur musikalisch an Grenzen und übertritt diese von Zeit zu Zeit ganz sachte, sie dringen auch emotional über den Rand vor in Bereiche äußerst sinnlicher Erfahrungen. Düsternis und Verderbtheit scheinen ihr Weg zu sein, auch wenn sie sich stets dem klassischen Bereich ihres Subgenres zugehörig erweisen. Machtvoll komponierte, virtuos ausgeführte und bei aller Schwermut verdammt einprägsame Songs gibt es zu hören, fünf an der Zahl, keiner kürzer als acht, zwei aber deutlich länger als zehn Minuten. Die Doomgemeinde wird PALLBEARER lieben.
Sir Lord Doom
Importeur/Verantwortlicher:
Name: Jürgen Hegewald
Anschrift: Sandberg 13, 25524 Itzehoe, Deutschland
PALLBEARER – Sorrow & extinction CD
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Man glaubt manchmal, dass der Doom und Doommetal sich inzwischen totgelaufen hätte. Viele Bands, die für sich stehend durchaus gut wären, in der Szene aber wirklich keine Akzente mehr setzen können. Das passiert natürlich rasch, wenn sich der eigentliche musikalische Kern um relativ wenig Variation dreht und stattdessen eher stereotypen Aspekten wie schleppenden, meist einfachen Rhythmen, tief brummenden und sehr düsteren Lavariffs, sowie klagendem bis zuweilem grollendem Gesang folgt. Und dann kommen sie in Scharen über uns und belehren uns eines besseren. Die kanadischen FUNERAL CIRCLE haben mich gerade ob ihrer spirituellen und emotionalen Intensität in Verbund mit physischer Macht vollkommen geblitzdingst, da landet die schon etwas früher, Ende 2012 veröffentlichte „Sorrow and extinction“ CD der Amis PALLBEARER auf meinem Tisch und sofort in meinem Player. Und sie sägt mich komplett ins Nirvana. Es ist eine Mischung aus bestialisch harten, bleiernen Riffs, die bei aller Geschwindigkeitsdrosselung so richtig fantastisch brodeln und Dich als Hörer komplett durchbrummen. Nach einer einfachen, aber ergreifend schönen akustischen Passage bekommt der Hörer beim Opener „Foreigner“ gleich das volle Pfund an kochendem Lavametal um die Ohren gedroschen und man findet sich im Geiste als Teilnehmer einer von Finsternis beherrschten, schwermütigen Prozession wieder, die sich auf dem Pfad der Verdammnis dem Unheil entgegenschleppt. Dies ist auf jeden Fall musikalisch der vollkommene Gram und Kummer, trägt aber andererseits eine hintergründige hymnenhafte Feierlichkeit mit sich, die nicht nur selten geworden ist in diesem Stil, sondern Dich auch vollkommen hypnotisiert. Und als wäre dies nicht genug der wonnigen Verlorenheit, so wechseln die Banausen kurzerhand für den zweiten Song „Devoid of redemption“ auf die Überholspur physischer Intensität und walzen gleich einer moderigen Klangmauer über Dich hinweg, allerdings stets mit einem Bein im Urdoom der frühen 70er verwurzelt, was die Lockerheit und die großen Gefühle der Melodiebögen erklärt. PALLBEARER faszinieren und verzaubern, wenn sie diese Grenzbegehungen am Rande des ach so untruen Sludge Sound wagen, dabei aber stets auf der richtigen Seite bleiben. Ihr Doom geht aber nicht nur musikalisch an Grenzen und übertritt diese von Zeit zu Zeit ganz sachte, sie dringen auch emotional über den Rand vor in Bereiche äußerst sinnlicher Erfahrungen. Düsternis und Verderbtheit scheinen ihr Weg zu sein, auch wenn sie sich stets dem klassischen Bereich ihres Subgenres zugehörig erweisen. Machtvoll komponierte, virtuos ausgeführte und bei aller Schwermut verdammt einprägsame Songs gibt es zu hören, fünf an der Zahl, keiner kürzer als acht, zwei aber deutlich länger als zehn Minuten. Die Doomgemeinde wird PALLBEARER lieben.
Sir Lord Doom
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Name: Jürgen Hegewald
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E-Mail: order@hellionrecords.de
Artikelnummer: 17220 Kategorie: Compact Discs Schlagwörter: PALLBEARER, CD